Die Zeit ist günstig

Der Finanzdienstleistungsbereich ist im Umbruch, wie nie zuvor.

Der Regulierungsaufwand und die dadurch anfallenden Kosten im 32-KWG-Bereich sind hinlänglich bekannt. Hinzu kommt nun die geplante BaFin-Aufsicht für 34f-Finanzanlagenvermittler ab dem Jahr 2021, die den Markt nochmal gehörig umkrempeln dürfte. Zum einen plant ein nicht geringer Teil die Zulassung nach 34f zurückzugeben, zum anderen müssen sich die verbleibenden Marktteilnehmer auf eine deutliche stärkere Regulierung und steigende Kosten einstellen.

Nicht zuletzt deshalb wird nach Alternativen gesucht. Der Schlupf unter ein Haftungsdach, der Anschluss an ein nach §32 KWG zugelassenes Institut oder Zusammenschlüsse von zwei oder mehreren kleineren Finanzanlagenvermittlern sind mögliche Varianten.

Ein weitere Alternative – nicht nur aus Regulierungs-, sondern auch aus Altersgründen – dürfte für viele auch der Verkauf des Unternehmens oder der Investmentbestände sein. Und hier ist die Zeit günstiger als lange nicht.

Es gibt deutlich mehr Kaufinteressenten als noch vor wenigen Jahren – und auch mehr Kauf- als Verkaufinteressenten. Das ist insbesondere von Vorteil, wenn es darum geht, einen passenden Käufer zu finden, der die Kunden im besten Sinne weiter betreut. Der Überhang an Käufern macht sich natürlich auch an den Kaufpreisen – gestaffelt oder per Einmalzahlung – bemerkbar. Es werden deutlich höhere Preise als noch vor wenigen Jahren bezahlt.